Godly Play


Neuer Raum für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Distrikt Neu-Stein-Hofen

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Im Gemeindehaus der Christuskirche in Hofen ist der erste Godly-Play-Raum im Bereich der Württembergischen Landeskirche entstanden.

Godly Play ist ein neues Konzept für die religiöse Arbeit (nicht nur) mit Kindern, das auf eine lebendige Beziehung zu den biblischen Geschichten Wert legt und aus der Begegnung mit der Bibel eine spielerische Erfahrung macht. Es geht auf das Freiarbeitskonzept von Maria Montessori zurück. Die biblischen Geschichten werden dabei für die Kinder zu einem lebendigen Erfahrungsraum, in dem sie mit ihren eigenen Entdeckungen ernst genommen werden.

Während der Präsentation der Geschichten gibt es vier Hauptphasen:

  • das materialgestützte Erzählen
  • das ergründende Gespräch
  • die freie, vertiefende Beschäftigungsphase der Kinder mit den Materialien im Raum
  • ein abschließendes kleines Fest mit Gebet und Segen

Die Materialien, Legefiguren und Erzählungen regen die Kinder an, ihre eigenen Gedanken und Gottesbilder in den Kreis einzubringen und dann in eigener, selbstständiger Gestaltung auszudrücken.

Godly Play ermutigt Kinder zum Nachdenken über Gott und traut ihnen zu, Gott spielend und hörend, feiernd und gestaltend, staunend und redend zu begegnen.

Godly Play ist ein Konzept aus dem englischsprachlichen Raum und findet auch bei uns immer mehr positive Resonanz in Gemeinde und Schule, Kindergarten sowie in der Erwachsenen- und Seniorenbildung. Die Bezeichnung „Godly Play“ wurde englisch belassen, weil sie nicht ohne verfälschende Verkürzung ins Deutsche übersetzt werden konnte. Annäherungsweise kann man das neue Konzept aber mit „Göttliche Geschichten“ übersetzen.
Die Evang. Kirchengemeinde Staffort-Büchenau (bei Karlsruhe) hat schon im November 2008 einen solchen Godly Play-Raum für die badische Landeskirche einrichten können und beschreibt ihre Erfahrungen nach einem Jahr als sehr bereichernd für das Gemeindeleben. Eine Mitarbeiterin resümiert: „Schön ist zu beobachten, dass sich viele beim Gespräch mit einbringen. Die Kinder spielen Geschichten nach, auch solche von vorangegangenen Einheiten, erzählen sie sich gegenseitig oder greifen in der nächsten Gruppenstunde erlebte Geschichten selbstständig noch einmal auf.“

Unser Distrikt Neu-Stein-Hofen hat die großartige Möglichkeit bekommen, in Zusammenarbeit mit dem Pädagogisch-Theologischen-Zentrum in Hofen den ersten eigenen Raum für diese Arbeit in der Landeskirche Württemberg einzurichten und auszustatten.

Wir erwarten uns von der Einrichtung des neuen Godly Play-Raums belebende Impulse vor allem für die Kinder- und Jugendarbeit in unserem Distrikt und freuen uns darüber hinaus auch darauf, Gastgeber für Einführungstage und Fortbildungskurse in der Region sein zu dürfen.

Gelungener Auftakt im neu eingerichteten Godly Play-Raum

Der abgeschliffene und frisch mit einer Wachsölmischung eingelassene Holzfußboden riecht noch nach Zitrone, als neun Teilnehmer/innen beim ersten Godly Play-Kennenlerntag in Hofen auf dem Boden Platz nehmen. Begrüßung, Spiel einer biblischen Geschichte in der Wüstenkiste, Ergründungsgespräch, Fest und der gemeinsamer Abschluss geben den Teilnehmer/innen einen ersten Einblick in den Ablauf einer Godly Play-Einheit. Dann einige Hintergrundinformation zur Entstehungsgeschichte und zum pädagogischen Ansatz dieser spielerischen und erzählerischen Form des „Eintauchens“ in biblische Geschichten. Danach an Hand einer Geschichte eigenes Ausprobieren der Geschichtenmaterialien. Die Teilnehmer/innen sind sehr angetan vom Raum, den Materialien und dem Raumkonzept, auch wenn noch nicht alle vorgesehenen Materialien da sind und der Teppichboden erst in der nächsten Woche angeliefert wird.

Ein Raum, um sich darin wohl zu fühlen. Hier hat das Miteinander einen hohen Stellenwert. Jeder wird in seinem Sein ernst genommen und wertgeschätzt. Hier kann jeder seinen Platz finden. Im Hören, Sehen und Spiel der Geschichten, dem gemeinsamen Ergründen und im kreativen Tun bieten sich viele Möglichkeiten für erfüllte Stunden. Sei dem so!!!.

Hans-Jürgen Hinnecke
Linda Lee Zipperle